Von weiblichen Kopierern und männlichen Kaffeemaschinen

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Über einen Antrag der Partei „Die Linke“, Bürogeräte nicht mehr nur dem männlichen Geschlecht zuzuordnen, hat ganz Deutschland gelacht. Erst später wurde bekannt, dass der Antrag satirisch gemeint war. Wohin sind wir gekommen, dass wir solche Anträge für möglich halten?

Eine Kolumne von Sylvia Pantel bei nrw-direkt.net.

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Düsseldorf-Süd, 11. Oktober 2016
 

Ganz Deutschland hat vor drei Wochen über einen Antrag der Linksfraktion in Flensburg gelacht. In diesem Antrag wurde gefordert, die Bürogeräte nicht mehr nur dem männlichen Geschlecht zuzuordnen. Es wurde vorgeschlagen, das Ganze wie bei Berufsbezeichnungen zu handhaben: der/die ScannerIn, der/die ComputerIn, der/die BleistiftanspitzerIn, der/die KopiererIn, der/die StaubsaugerIn, der/die Papierkorb/-körbin und so weiter. Eine Woche später dann erklärte die Linkspartei in Flensburg, das sei alles nur Satire gewesen und man habe sich damit auf eine Diskussion im Flensburger Stadtrat bezogen, ob man weibliche Stadträte Ratsfrau oder Ratsdame nennen sollte.

Wohin sind wir gekommen, dass wir solche Anträge für möglich halten?

Für mich ist das Erschreckende an dieser Geschichte, dass wir alle es für möglich gehalten haben. dass gewählte Volksvertreter in Deutschland allen Ernstes auf die Idee kommen, einen Antrag zu stellen, um Bürogeräte umzubenennen. Das zeigt, wie weit wir in der Genderdebatte gekommen sind. Aus dem ursprünglich guten Ansatz, wissenschaftlich die Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu erforschen, wurde eine Pseudowissenschaft, bei der es nur noch um Ideologie geht.

Viele hoch bezahlte Sozialwissenschaftler arbeiten daran, hinter jeder Ecke der Gesellschaft neue Formen von Sexismus zu erkennen. Wer Mädchen Puppen schenkt und Jungen eine Modelleisenbahn, der fördere Geschlechterstereotype, die die Kinder in bestimmte Rollen zwängen. So zumindest die Meinung der Genderforscher.

Genderwissenschaften sollten sich um medizinische Forschung kümmern!

In den vergangenen Jahren ist das Feld der Genderwissenschaften zu einer „Modewissenschaft“ geworden, für die wir viel Geld ausgeben. Millionen Euro gehen in die Erforschung von politisch korrekten Ampelmännchen und eine „Sprachpolizei“ fordert an allen Ecken und Enden Sternchen und Unterstriche für eine „richtige“ Schreibweise. Was wir brauchen, ist medizinische Forschung, die abklärt, ob zum Beispiel Männer anders als Frauen auf bestimmte Medikamente reagieren oder ob bestimmte Umweltgifte auf Männer und Frauen bestimmte Wirkungen haben und zum Beispiel zu Unfruchtbarkeit führen können.

Ebenso wichtig ist die Erforschung, ob eine unterschiedliche Stressbelastung oder -bewältigung im familiären und beruflichen Bereich geschlechtsbezogen ist. Was wir nicht brauchen, ist die Aufzählung und Anerkennung unzähliger Geschlechter bei Facebook oder eine Intersextoilette in der Schule. Ich wäre froh, wenn die Schülerinnen und Schüler in NRW überhaupt funktionierende und saubere Toiletten in allen ihren Schulen hätten!

Eltern wissen in der Regel besser, was gut für ihr Kind ist!

Ein weiterer Aspekt der Genderforschung, der mich stört, ist die Frühsexualisierung unserer Kinder. In der Schule sollten Kinder ihrem Alter entsprechend die Grundlagen über ihren Körper und ihre Sexualität lernen. Das heißt aber nicht, dass sie sich schon in der Grundschule mit Sexpraktiken und alternativen Lebensformen auseinandersetzen müssen.

In unseren Schulen wird zu häufig nur der Mangel verwaltet. Es gibt zu wenig Lehrer, schlechte Sach- und Lehrmittelausstattung und teilweise unzumutbare Schulräume. Statt in Genderideologie sollte hier investiert werden, damit unsere Kinder eine gute Schulbildung bekommen.