Klare Kante gegen Cannabis-Freigabe

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Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler zu Gast bei der Frauen Union Düsseldorf

 

Bilk, 29. August 2016

Auf Einladung ihrer Bundestagskollegin und Vorsitzenden der Frauen Union (FU) Düsseldorf, Sylvia Pantel, gastierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, am Montagabend in der Handwerkskammer. Dabei verdeutlichte sie, wie groß alleine schon die Suchtprobleme mit vermeintlich alltäglichen Genussgiften sind. Der Legalisierung von Cannabis erteilte die Expertin eine klare Absage.
Seit Anfang 2014 ist Marlene Mortler Drogenbeauftragte der Bundesregierung, und gleich ihre erste Pressemittelung habe sie bis heute nicht los gelassen: 2,6 Millionen Kinder wachsen in suchtbeladenen Familien auf. Nicht die einzige erschreckende Zahl, die Mortler an dem Abend zu berichten hatte, und die das Motto des Abends erklärten, das da hieß „für ein selbstbestimmtes Leben – Drogen gehen uns alle an!“ Tatsächlich stehen die Hauptprobleme im Suchtverhalten im Zusammenhang mit Genussmitteln, die den allermeisten im Alltag in irgendeiner Form begegnen: Alkohol, Tabak, Medikamente. Allein 75.000 Tote pro Jahr durch Alkoholkonsum verdeutlichen, warum Alkohol ein zentrales Thema der Arbeit der Drogenbeauftragten ist. Ein weiteres „dickes Brett“ seien die Tabakwaren. „Mein Augenmerk liegt besonders auf jungen Menschen, damit die erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen“, so Mortler, die deswegen aktuell an einem Tabak-Werbeverbot arbeitet.
Dass sie sich damit auch mit mächtigen Gegnern anlegt, bringt die CSU-Politikerin nicht von ihrem Weg ab. „Um das wirtschaftliche Interesse herauszukehren, dazu ist das Thema Tabak das schlechteste, betonte Mortler und stellte unmissverständlich klar: „Ich finde es ein Armutszeugnis, wenn die Lobby über die Gesundheit siegt.“ Auch hierzu lieferte die Drogenbeauftragte schockierendes Zahlenwerk: Die Tabaksteuer spüle dem Bund zwar jährlich 14 Milliarden Euro in die Kassen. Allein die direkten Krankheitskosten durch Folgen des Tabakkonsums schlagen allerdings mit 25 Milliarden Euro zu Buche.

Neue Kampagne gegen Rauchen im Auto

Besonders fatal sei das Rauchen im Auto in Anwesenheit von Kindern. Deshalb hat Marlene Mortler kürzlich die Kampagne „Rauchfrei unterwegs“ gestartet, für die sie ihn Düsseldorf um Unterstützung warb – und womit sie sofort auf breite Zustimmung stieß.

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Alkohol und Tabak seien zwar die größten Bausteine ihrer Arbeit, aber auch die Abhängig von Medikamenten spielten in Deutschland eine große Rolle: In diesem Bereich gebe es rund 1,7 Millionen Betroffene, in erster Linie Konsumenten von Schmerz- und Schlafmitteln. Und dann gibt es da ja auch noch die illegalen Drogen, von denen der Konsum von Crystal Meth, der – besonders im Südosten der Republik – momentan die besorgniserregendste Entwicklung darstellt.

Klare Kante gegen Cannabis-Freigabe

Bei der offenen Diskussion im Anschluss an Mortlers Vortrag stand besonders ein Rauschgift im Zentrum der Diskussion: Cannabis. Auch hierzu zeigte die Drogenbeauftragte klare Kante: „Cannabis für Medizin: ja, für Privatkonsum: Nein!“. Nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ wolle sie „nicht eine Tür öffnen, die man dann nicht mehr zu bekommt“. Eine besondere Brisanz entwickelte das Thema vor dem Hintergrund, dass die Düsseldorfer „Ampel“-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP nach wie vor für eine Legalisierung des Verkaufs von Cannabis kämpft. Das fand nicht nur Olaf Lehne, Vorsitzender des Düsseldorfer Gesundheitsausschusses, „unerträglich“, und verwies in dem Zusammenhang auf nachweisliche Schäden und Nachwirkungen von Cannabis-Konsum. Gastgeberin Sylvia Pantel unterstützte die Ausführungen ihren Parteikollegen: „Es ist gefährlicher Unsinn, wenn immer gesagt wird ‚alles halb so wild mit Cannabis, das haben die früher auch geraucht‘. Die Stoffe haben sich geändert und können das Gehirn schädigenden. Außerdem muss man wissen: Das Zeug bleibt ein Jahr lang im Blut.“ Einer Initiative, wie die der Ampel-Kooperation, könne man nur mit Aufklärung begegnen, so Pantel. Und dazu taugten schon die Ausführungen der Drogenbeauftragten Marlene Mortler, die ihre oftmals schlimmen Erfahrungen mit Suchtkranken prägnant zusammenfasste: „Einmal abhängig bedeutet immer abhängig zu sein und sich jeden Tag aufs Neue im Kampf zu befinden, „nein“ zu sagen.“