Internationaler Sport soll Menschen zusammenbringen

Print Friendly, PDF & Email

Im kommenden Frühjahr soll die Schach-WM der Frauen im Iran stattfinden. Die Schachspielerinnen müssen dort ein Kopftuch tragen.

Pan022516

Berlin, 19. Oktober 2015

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

wir müssen auf die Trennung von Religion und Sport achten. Ich habe volles Verständnis für Regeln für religiöse Räume. Dass Besucherinnen des Petersdoms keinen Minirock tragen dürfen, dass männliche Besucher einer Synagoge eine Kippa tragen oder eben, dass Frauen in einer Moschee ein Kopftuch tragen müssen ist ja in Ordnung. Wer ein religiöses Gebäude betreten will, muss sich eben an die entsprechenden Spielregeln halten.
Bei einem Sportturnier für „die ganze Welt“ haben solche Regeln aber nichts zu suchen. Der internationale Sport soll Menschen zusammenbringen und die Wettkämpfe finden ungeachtet der Religion oder Herkunft der Spielerinnen statt.
Diese Vorgabe der iranischen Führung beweist wieder einmal, dass das Kopftuch häufig kein religiöses, sondern ein politisches Zeichen ist. Die Mullahs definieren damit die Rolle der Frau, machen sie klein und nehmen ihnen die Selbstbestimmtheit. Meiner Meinung nach sollten die deutschen Sportfunktionäre darauf drängen, dass die Schach-WM der Frauen entweder in einem anderen Land stattfindet, oder die Regeln so geändert werden, dass die Unterschiede der Kulturen Raum haben. Frauen in unserem Land sind gleichberechtigt, eigenständig und gleich viel Wert wie Männer! Wenn die Iraner die WM in ihrem Land wollen, dann müssen sie auf das Kopftuch für Ausländer verzichten!

Herzlichst Ihre

Sylvia Pantel