Gewinn für die Gemeinschaft

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Freiwilligendienste sind eine Erfolgsstory

Düsseldorf-Süd, 11. Dezember 2015

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

wir können stolz sein, dass sich so viele Menschen in den Freiwilligendiensten engagieren und ihre Zeit und ihre Energie der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. In Deutschland engagieren sich 23 Millionen Menschen ehrenamtlich in vielen unterschiedlichen Bereichen wie Soziales, Kultur, Sport, Bildung, Jugendarbeit, im Umwelt- und Naturschutz oder in der Kommunalpolitik. Über 100.000 Jugendliche und Erwachsene sind derzeit in den Freiwilligendiensten aktiv.

1964 wurde das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und 1993 das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) gesetzlich verankert. 2011 wurde bei der Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingerichtet. In den Freiwilligendiensten verpflichten sich junge und ältere Menschen in der Regel für ein Jahr, in Vollzeit oder als Ü27jähriger auch in Teilzeit bei einem Träger zu arbeiten. Die materielle Gegenleistung sind u.a. die Beiträge für die gesetzliche Sozialversicherung und ein Taschengeld bis zur Obergrenze von derzeit 363 Euro.

Das Familienministerium hat jetzt den Abschlussbericht über die Wirkung und Rahmenbedingungen der Freiwilligendienste vorgestellt. In einer umfangreichen Evaluation wurden im Herbst 2012 über 8.000 Freiwillige nach ihren Motiven und Erwartungen gefragt. Bei einer weiteren Befragung nach anderthalb Jahren lagen die Schwerpunkte auf den Erfahrungen und dem Einfluss, den der Dienst auf die persönliche Entwicklung und die Berufswahl hatte sowie welche zusätzlichen Kompetenzen erworben wurden. In die Befragung wurden auch 4.000 Einsatzstellen vor Ort einbezogen.

Wir alle wissen, wie wichtig lebenslanges Lernen ist. Die Freiwilligendienste sind Orte des Lernens. Sie ermöglichen Einblicke in andere Arbeitsfelder, vor allem in die sozialen Berufe. Ich freue mich, dass durch den BFD insbesondere das Potenzial der Über27jährigen aktiviert werden konnte. Während die Jüngeren eher eine persönliche Orientierungshilfe erwarten und eine Zeit bis zur Ausbildung oder zum Studium überbrücken, wollen die Älteren auch ihre beruflichen Kompetenzen erweitern. Beide Altersgruppen sind mit den Diensten überwiegend zufrieden. Sie meinen, dass der Dienst eine Bereicherung für ihre persönliche Entwicklung ist, dass sie die Gesellschaft mitgestalten können und dass sie etwas bewirkt haben. Viele Teilnehmer haben neue soziale Beziehungen und Freundschaften entwickelt, und ein großer Teil ist auch einige Jahre nach dem Dienst noch ehrenamtlich engagiert.

Ohne die vielen Ehrenamtlichen wären die derzeitigen Herausforderungen durch die Flüchtlinge nicht zu bewältigen und die Betreuung und Versorgung nicht gewährleistet. Der Bund finanziert zusätzlich 10.000 neue BFD-Plätze mit Flüchtlingsbezug. Das Sonderprogramm „BFD mit Flüchtlingsbezug“ unterstützt das Engagement für Flüchtlinge genauso wie das Engagement von Flüchtlingen selbst. Die Plätze werden zur Hälfte vom Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben verwaltet und schon seit Anfang Dezember vergeben. Das bedeutet auch eine besondere Chance für die Integration und die gesellschaftliche Teilhabe von Flüchtlingen.

Die Anzahl der Freiwilligen ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. FSJ und FÖJ sind sehr beliebt und werden gern weiterempfohlen. Aufgrund der historischen Entwicklung – Männer machen Wehrdienst, Frauen ein soziales Jahr – sind noch immer mehr Frauen als Männer und mehr mit Abitur als mit Haupt- und Realschulabschluss in den Diensten tätig. Als Zielgruppe sind auch Freiwillige mit Migrationshintergrund noch unterrepräsentiert.

Wir werden die Ergebnisse, Handlungsempfehlungen und entsprechende Maßnahmen im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement und im Familienausschuss beraten. Der Evaluationsbericht kann hier nachgelesen und auch bestellt werden.

Herzlichst

Ihre Sylvia Pantel

Informationen zu den Freiwilligendiensten:
–> Jugendfreiwilligendiensten FSJ und FÖJ
–> Bundesfreiwilligendienst
–> Internationalen Jugendfreiwilligendienst
–> entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“ 
–> kulturellen Freiwilligendienst „kulturweit“