Flüchtlingskrise: „zur Lage einer verunsicherten Nation“

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Podiumsdiskussion im Theater Freies Forum

Diss

Düsseldorf, 16. September 2016

Eine Podiumsdiskussion im Theater Freies Forum fungierte am Freitagabend als Eröffnung für „Respekt und Mut 2016/17“ – einem Düsseldorfer „Programm zur interkulturellen Verständigung“. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise wurde auf der Theaterbühne „zur Lage einer verunsicherten Nation“ diskutiert. Das von Moderator Miltiadis Oulios skizzierte Horrorszenario mit „Pogromen“ und „steigenden Opferzahlen“ wurde allerdings von keinem Diskussionsteilnehmer geteilt.

Als Mann der Praxis in Sachen Flüchtlingshilfe sah der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Düsseldorf, Pfarrer Thorsten Nolting, nach wie vor große Hilfsbereitschaft in der Zivilgesellschaft : „Ich bin überhaupt nicht pessimistisch, weil viele Leute für ehrenamtliche Hilfe ansprechbar sind.“ Sylvia Pantel lobte die humanitäre Hilfe, die gerade auch in Düsseldorf von vielen Menschen geleistet werde. Allerdings sei es damit alleine nicht getan „Wir brauchen auch Schulplätze und Lehrer“, so die CDU-Bundestagsabgeordnete. Antworten auf die Grundfrage der Veranstaltung, wie man eine weitere Verschlechterung der Stimmungslage im Land verhindern könne, hatte Sylvia Pantel auch: In dem man die Ängste der Menschen Ernst nimmt und auf Missstände reagiert“. Dazu gehöre auch, Menschen, die mit anderen Wertevorstellungen nach Deutschland kämen und diese hier auslebten, „sich ‚mal zur Brust zu nehmen“. In die gleiche Richtung äußerte sich Oberbürgermeister Thomas Geisel. Obwohl als Besucher nur spontan und vorübergehend auf’s Podium gebeten, fand das Stadtoberhaupt als einziger außer Sylvia Pantel klare Worte: „Viele Prägungen, die Flüchtlinge mitbringen, passen hier nicht hin“. Das Zusammenleben hier basiere auf gegenseitigem Respekt, und wer den nicht aufbringe „hat hier nichts zu suchen“.