Ausbildung oder Studium?

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Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung fördern

 

Berlin, 18. Oktober 2014

Die deutsche Berufsausbildung genießt weltweit ein hohes Ansehen und ist ein Schlüssel zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Eine gute Ausbildung ist das Fundament für eine solide Lebens- und Berufsperspektive. Deutschland weist die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa auf. Die Berufsausbildung ist ein bewährtes Erfolgsmodell.

Die Situation der Ausbildung befindet sich derzeit im Wandel. Absolvierten Mitte der 60er Jahre noch 92 Prozent der jungen Menschen eine Ausbildung, so sind es heute nur noch 49,9 Prozent. Junge Menschen entscheiden sich immer öfter gegen eine duale Ausbildung, weil diese in der Öffentlichkeit nicht eine so hohe Wertigkeit wie die akademische Bildung genießt. Der Fachkräftemangel ist schon jetzt spürbar. In den nächsten zehn Jahren werden etwa 200.000 Handwerksunternehmer einen Nachfolger suchen.

Dem müssen wir entgegen steuern und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung fördern. Beide Bildungswege müssen den jungen Menschen interessante Perspektiven eröffnen. Oft werden Aufstiegschancen nach einer Berufsausbildung, zum Beispiel zum Meister, Techniker oder Fachwirt oder eines aufbauenden Studiums, verkannt.

Die Koalitionsfraktion will die Möglichkeit stärken, zwischen akademischer und beruflicher Bildung zu wechseln. Die Angebote für Menschen, die aus einem Studium in eine berufliche Ausbildung wechseln wollen, sollen weiter entwickelt werden. Das ist sehr wichtig, denn Studien zufolge liegt der Durchschnitt bei Studienabbrechern in Deutschland bei knapp 30 Prozent, in den Naturwissenschaften sogar bei fast 40 Prozent. Diesen jungen Menschen muss es ermöglicht werden, ihre Talente und ihr Wissen für eine berufliche Zukunft zu nutzen.

Wir werden das bewährte Modell des Meisters stärken. Unter anderem muss das Berufsorientierungsprogramm für Schülerinnen und Schüler auf die allgemeinbildendende Schulen ausgeweitet werden, um so eine umfassende Berufsorientierung zu ermöglichen.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Rundbrief Nr. 17. Sie möchten den gesamten Rundbrief von Sylvia Pantel zukünftig per Email erhalten? —> weiter