Aktuelle Zahlen zur vertraulichen Geburt

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Hilfe für Schwangere in Notsituationen hat sich bewährt

Düsseldorf-Süd, 5. Januar 2018

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

Schwangeren Frauen, die sich in einer Notsituation befinden, steht in Deutschland mittlerweile ein gut ausgebautes System an Unterstützung zur Verfügung. Das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt, das am 1. Mai 2014 in Kraft getreten ist und das ich von Anfang an unterstützt habe, wird gut angenommen. So haben sich von Ende 2014 bis Ende 2017 bundesweit insgesamt 406 Frauen dazu entschlossen, ihr Kind anonym und unter medizinischer Aufsicht zur Welt zu bringen. Das sind 406 Frauen, die sich für eine Lösung im Sinne des Kindes entschieden haben.

Die vertrauliche Geburt war einst vor allem als Alternative zur Babyklappe eingeführt worden und sollte verhindern, dass Frauen sich dazu gezwungen sehen, ihr Kind allein und ohne medizinische Hilfe auf die Welt zu bringen. Dank der Einführung der vertraulichen Geburt haben Frauen nun die Möglichkeit einer geschützten und medizinisch betreuten Entbindung in einer Klinik oder bei einer Hebamme. Schwangerschaftsberaterinnen, die einer gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen, begleiten die betreffenden Frauen auch nach der Entbindung, um ihnen bei der Lösung von Konflikten zur Seite zu stehen und ihnen Wege für ein Leben mit Kind aufzuzeigen. Entscheidet sich die Frau dennoch für die dauerhafte Abgabe des Kindes, wird dieses einer Pflegefamilie anvertraut und dann zur Adoption freigegeben. Mit der vertraulichen Geburt haben wir nicht nur ein weiteres Unterstützungsangebot für Frauen in Notsituation geschaffen, sondern auch die Rechte der betroffenen Kinder gestärkt. Denn anders als nach der Abgabe in der Babyklappe haben die Kinder, die vertraulich geboren werden, ab dem 16. Lebensjahr die Möglichkeit, ihre Herkunft zu erfragen.

Mit dem Gesetz zur vertraulichen Geburt haben wir Handlungssicherheit für Schwangere, Beratungsstellen, Kliniken und Behörden hergestellt. Es ist uns gelungen, Frauen für die Annahme von Unterstützung und Hilfe zu gewinnen, die zuvor vermutlich nicht den Weg in eine Beratungsstelle gefunden hätten.

Unser vorrangiges Ziel ist es nach wie vor, ungeborenes Leben zu schützen, Frauen in Notsituationen zu helfen und auf diese Weise die Zahl der Abtreibungen in Deutschland zu senken.

Schwangere, die Beratung und Hilfe suchen, können sich an das vom Bundesfamilienministerium eingerichtete Hilfetelefon wenden und erhalten eine erste anonyme Beratung unter der Nummer 0800 40 40 020. Informationen sind außerdem über die Webseite www.geburt-vertraulich.de abrufbar.

Herzlichst,

Ihre Sylvia Pantel