Kinder- und Jugendhilfe: Geplante Änderungen umstritten

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Das Familienministerium plant Kinder in schwierigen Familiensituationen langfristiger bei Pflegefamilien oder in Heimen unterzubringen. Dieser sicherlich gut gemeinte Ansatz könnte jedoch genau das Gegenteil bewirken, das befürchten zumindest Experten.

Berlin, 30. Mai 2017

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

zur Zeit arbeitet das Familienministerium an einer Reform im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII). Diese sieht vor, dass in schwierigen Situationen Kinder häufiger aus ihren Familien herausgenommen und vermehrt langfristig bei Pflegefamilien oder in Heimen untergebracht werden können. Da die Mehrzahl der Eltern jedoch freiwillig in einer Krisensituation das Jugendamt um Hilfe bittet, könnte die Weigerung die Kinder wieder in die Familien zu geben dazu führen, dass sich die Eltern dann keine Hilfe mehr beim Jugendamt holen.

Unser Bestreben ist nach wie vor die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen und ihre Erziehungskompetenz zu stärken. Wir wollen, dass die Jugendämter auch in Zukunft die Kooperationspartner der Eltern bleiben. Am Dienstag haben wir mit Experten in einer CDU/CSU-Arbeitsgruppe über die geplante Reform gesprochen. Der Gesetzesentwurf wurde von vielen Fachleuten so kritisch gesehen, dass ein Großteil mahnte, lieber auf die Gesetzesänderung zu verzichten.

Herzlichst

Ihre Sylvia Pantel