Dreist: Ahmadiyya-Gemeinde wirbt ungefragt mit Sylvia Pantel, MdB für Veranstaltung

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Als normale Zuhörerin wurde Sylvia Pantel zur Veranstaltung „Islam & Emanzipation – Die Stellung der Frau im Islam“ der Ahmadiyya-Gemeinde eingeladen. Nun wirbt der Veranstalter für den Abend mit der CDU-Bundestagsabgeordneten als Interviewpartnerin. Sylvia Pantel wurde nie gefragt.

Düsseldorf-Süd, 16. November 2017

Entgegen meiner ursprünglichen Entscheidung, der Einladung der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde (AJM) zur Veranstaltung am 23. November zum Thema „Islam & Emanzipation – Die Stellung der Frau im Islam“ nachzukommen, habe ich mich nun gegen eine Teilnahme entschieden. Die Gründe möchte ich im Folgenden kurz darlegen:

Zu nächst möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich zu keiner Zeit zugesagt habe, der Gemeinde im Rahmen der Veranstaltung als Interviewpartnerin zur Verfügung zu stehen. Ich wurde auch nie gefragt, ob ich dies tun würde. Nun musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass die Ahmaydiyya Gemeinde ohne mein Wissen Einladungen zur besagten Veranstaltung (u.a. an Pressevertreter) verschickt und mit mir als Interviewpartnerin wirbt. Dieses Vorgehen ist für mich nicht zu tolerieren und zeigt offensichtlich die Arbeitsweise der Gemeinde. Aufgrund dieses Vertrauensbruches habe ich mich nun dazu entschlossen, der Veranstaltung fernzubleiben. Ich habe zudem bereits einen Anwalt damit beauftragt, rechtliche Schritte einzuleiten, da von Seiten der AMJ an dieser Stelle bewusst getäuscht wurde und ganz offensichtlich ein falscher Eindruck entstehen sollte.

Als Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Düsseldorfer Frauen Union der CDU, vor allem aber auch als Familienpolitikerin, liegt es in meinem natürlichen Interesse, mich mit Themen wie der Emanzipation und der Stellung der Frau zu beschäftigen. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich weder eine Unterstützerin  der Ahmadiyya Gemeinde bin noch deren Frauenbild teile. Für mich gehört eine offene Diskussion jedoch zum Wesen unserer Demokratie und nur derjenige, der hinhört und Missstände aufdeckt, kann auch etwas zum Besseren verändern.

Mit meiner Teilnahme an der Veranstaltung als Gast im Publikum wollte ich die Möglichkeit nutzen, die Vertreter der Gemeinde mit einigen ihrer fragwürdigen Äußerungen zur Stellung der Frau zu konfrontieren. Besonders kritisch sehe ich hierbei das Eheverständnis, die Rechte und Pflichten einer Frau innerhalb der AMJ-Gemeinde sowie deren Begründung für das Tragen eines Kopftuchs.

Nach dem Eheverständnis der AMJ „ist es dem Mann erlaubt, mehrere (bis zu vier gleichzeitig) Frauen zu heiraten […] Die Ehe einer Frau mit mehreren Männern wäre jedoch eine extreme Belastung, wenn die Frau fortwährend von verschiedenen Männern schwanger würde.

Aussagen wie: „Eine Frau […] soll ihre Natur nicht verleugnen und sich nicht weigern, eine Zeit ihres Lebens ihren Kindern zu widmen, nur, weil ihr vordergründige Freuden und Ziele einer Karriere oder Vergnügungen wichtiger erscheinen sprechen den Frauen ihre Selbstbestimmungsrechte vollkommen ab und widersprechen somit den in unserem Grundgesetz verankerten Rechten, wie z.B. der Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen, die kein Kopftuch tragen, von der AMJ als würdelos gesehen werden. Aussagen der AMJ, Kopftuch und Schleier seienMittel der muslimischen Frau, ihre Würde zu verteidigen mit der Rechtfertigung, sie verdeutliche damit, „dass sie für den Mann auf der Straße nicht Objekt seiner Begierde sein will und er nicht über sie verfügen kann“, bedürfen einer offenen und kritischen Auseinandersetzung.

Ich hatte mir deshalb vorgenommen, den öffentlichen Raum der Veranstaltung zu nutzen, um aus dem Publikum heraus meine Fragen an die Gemeindemitglieder stellen zu können. In diesem Rahmen wollte ich auch das Thema „Ehrenmord“ ansprechen und konkret auf den Fall der 19 jährigen Lareeb Khan eingehen, die von ihren Eltern ermordet wurde, weil sie außerehelichen Geschlechtsverkehr hatte. Eine schriftliche Anfrage hierzu seitens meines Büros mit der Bitte um eine Stellungnahme blieb von der AMJ jedoch bis zum heutigen Tag unbeantwortet.