Deutsch-Baltische Parlamentariergruppe

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Drei Treffen in dieser Woche

Berlin, 25. September 2015

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

in dieser Woche hatte ich drei Termine, die sich aus meiner Mitgliedschaft in der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe ergaben. Am Dienstagabend war ich in der Estnischen Botschaft. Estland ist ein erfolgreicher Produzent von Biolebensmitteln und verschiedene estnische Firmen hatten eingeladen um ihre Produkte vorzustellen. Die Gespräche mit der Botschafterin über aktuelle politische Themen waren sehr interessant und vertieften meinen Eindruck, dass Estland eine Reise wert ist.

Am Donnerstag war eine Gruppe junger Politikerinnen und Politiker aus den baltischen EVP-Parteien bei uns im Bundestag zu Gast. Die Gruppe wird betreut von der Konrad-Adenauer-Stiftung und verbringt eine Woche in Berlin, um deutsche Politiker zu treffen und sich über aktuelle europäische Themen auszutauschen. Das Thema Flüchtlinge stand auch für diese Gruppe ganz oben auf der Tagesordnung. Estland, Lettland und Litauen haben zusammen (!) weniger als halb so viele Einwohner wie Nordrhein-Westfalen. Es ist verständlich, dass unter diesen Umständen Millionen Flüchtlinge im Süden Europas ein drängendes Thema für die Politik der kleinen EU-Länder im Norden ist.

Bei dem Treffen mit dem litauischen Botschafter Deividas Matulionis und Ramunas Misiulis, dem Botschaftsrat der Republik Litauen heute Morgen bei einem gemeinsamen Treffen im Bundestag, betonte der Botschafter besonders, dass die Flüchtlingspolitik Europas nicht an Litauen scheitern werde. Er verwies auch auf die noch immer bestehenden Spannungen mit Russland und die Situation in der Ukraine. Unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise dürfe Europa nicht vergessen, dass bürgerkriegsähnliche Zustände direkt vor unserer Haustür herrschen und die russischen Territorialansprüche im Baltikum als durchaus bedrohlich wahrgenommen werden. Diese Treffen mit Vertretern unserer Partnerländer sind wichtig für die Politik. Wir tauschen uns aus und lernen etwas über Lösungswege und Positionen unserer europäischen Nachbarn. Wir betrachten manches aus einer anderen Perspektive und es ist wichtig die Beweggründe zu erfahren, wenn uns zum Beispiel junge Letten vorhalten, wir wären in der Flüchtingskrise blauäugig und naiv.

Herzlichst

Ihre Sylvia Pantel

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Rundbrief Nr. 15-2015 Sie möchten den gesamten Rundbrief von Sylvia Pantel zukünftig per Email erhalten? —> weiter