Zusammenarbeit lohnt sich

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Sylvia Pantel besucht Düsseldorfer Unternehmen, die sich entwicklungspolitisch engagieren

Berlin, 25. September 2015

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

seit längerer Zeit beschäftige ich mich näher mit dem Thema Entwicklungshilfe. In der vergangenen Woche habe ich eine Reihe von Unternehmen in Düsseldorf besucht, die sich in den armen Teilen der Welt entwicklungspolitisch engagieren. Ich bekam dabei wertvolle Einblicke in die entwicklungspolitischen Projekte der Unternehmen und wurde über deren praktische Erfahrungen unterrichtet.

Bei meinem Besuch in der Metro Group wurde ich von Jürgen Matern, Lena vom Stein und Benjamin Hoster über die Nachhaltigkeitsstrategien des Unternehmens informiert. Das Sortiment des weltweit führenden Unternehmens umfasst 4 Millionen Artikel aus über 190 Ländern. Die Metro verfolgt einen Nachhaltigkeitsansatz, bei dem auf die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen über die gesamte Lieferkette hinweg geachtet wird. Dazu zählen unter anderem die Bekämpfung des Klimawandels sowie Maßnahmen für eine sichere Lebensmittelversorgung, nachhaltigen Fischfang und transparentes Supply Chain Management, also die Kontrolle der Lieferanten und Produzenten. Eine Innovation sei in diesem Zusammenhang die von Metro entwickelte ‚Pro-Trace‘ App, welche den Konsumenten die Rückverfolgung von Lebensmitteln wie zum Beispiel Fisch ermöglicht. Außerdem berichteten die Metro Vertreter mir von einem strengen und umfassenden Kontrollsystem, durch das nicht nur die hohen Qualitätsstandards sichergestellt, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter überwacht werden. Einen großen Erfolg konnte die Metro Group bei der Verringerung ihrer CO2-Emissionen verzeichnen, indem sie das selbst gesetzte Ziel einer 20-prozentigen Minderung gegenüber 2011 bereits vor Ablauf der Frist im Jahr 2020 erreicht haben werde.

Auch die Unterhaltung mit Kaplan Matthäus Hilus und Brigitte Schleis von der katholischen Pfarrgemeinde ‚St. Cäcilia‘ im Stadtteil Benrath hat die Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit deutlich gemacht. Über den sogenannten Chilekreis, werden bereits seit 1994 Hilfsprojekte für die Partnergemeinde in San Jose de la Mariquina (Chile) koordiniert. Durch die Zusammenarbeit konnte bereits eine erhebliche Verbesserung der Lebensbedingungen erzielt werden, darunter die Versorgung mit Strom und Wasser, ein Radiosender, eine Ambulanzstation und ein Internat für Schulkinder.

GroheDie Grohe Deutschland Vertriebsgesellschaft konnte in Kooperation mit der Nicht-Regierungs-Organisation Don Bosco Mondo e.V. hervorragende Resultate im Bereich der Entwicklungshilfe erzielen. Sie hat in Indien bereits an drei Standorten Ausbildungseinrichtungen für Sanitärinstallateure aufgebaut, die sich an unserem dualen System orientieren. Die Erfolge der Armutsbekämpfung durch Bildung zeigen sich in einer hohen Auslastung der Einrichtungen, guten Abschlüssen sowie einer schnellen Arbeitsmarktintegration nach Abschluss der Ausbildung. Das Projekt bietet somit jungen Menschen eine berufliche Perspektive, hat einen positiven Effekt auf das Angebot von Fachkräften auf dem indischen Arbeitsmarkt und leistet einen Beitrag zur Armutsbekämpfung.

Ein weiteres Positivbeispiel im Rahmen nachhaltiger Wirtschaftspraktiken konnte ich bei meinem Treffen mit Gabriele Krüger, Vorstand des Vereinsn ‚Fair Trade Düsseldorf‘, kennenlernen. Das Fair Trade Siegel garantiert Mindeststandards in den drei Bereichen der Nachhaltigkeit. Im ökologischen Bereich geht es um den Erhalt natürlicher Ressourcen, der ökonomische Bereich betrifft die wirtschaftlichen Aspekte und im sozialen Bereich geht es um faire Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Dazu gehören faire Mindestpreise für Kleinbauern, Investitionszuschüsse für Sozial-, Umwelt- und Bildungsprojekte, langfristige Handelsbeziehungen, die Einhaltung der Konventionen der Internationalen Arbeitskonvention, sowie Umwelt- und Klimaschutz. Frau Krüger erklärte in diesem Zusammenhang die Verfahren der Zertifizierung, die damit verbundenen Standards, Kontrollmechanismen und Nutzen des Fair Trade Programms am Beispiel von Kakao.

Bei meinem Treffen mit dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der baugewerblichen Verbände NRW, Herrn Heinz Rittmann wurde mir ebenfalls viel Positives aus der Entwicklungsarbeit in Afrika berichtet. Der Verband organisiert Joint Venture Projekte im Baugewerbe, die er administrativ und finanziell unterstützt. Die afrikanischen Unternehmen profitieren durch die Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit, der Ausweitung ihrer Kapazitäten sowie dem Transfer von Fachwissen. Das bedeutet, dass afrikanische Bauunternehmen nicht nur zusätzliche Aufträge durch die Kooperation mit deutschen Unternehmen bekommen, sondern auch von den deutschen Partnern lernen, ihr Unternehmen vergrößern und höhere Umsätze generieren. An der Kooperation beteiligen sich sowohl in Deutschland als auch in Afrika überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen, die über den Verband koordiniert werden und zunehmendes Interesse an den Bauprojekten in Afrika zeigen.

Die Gespräche mit den Düsseldorfer Unternehmen haben mir nicht nur gezeigt, dass es ein hohes Maß an entwicklungspolitischem Engagement in Düsseldorf gibt, sondern auch dass diese Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt ist.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Rundbrief Nr. 15-2015 Sie möchten den gesamten Rundbrief von Sylvia Pantel zukünftig per Email erhalten? —> weiter