Verhindern, dass sich die Sterbehilfe zu einem Geschäftsmodell entwickelt

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Der Deutsche Bundestag diskutiert über die Hilfe zum Sterben

 

Berlin, 13. November 2014

Liebe Blog-Leserinnen und Blog-Leser,

die Diskussion um das Thema Sterbehilfe bewegt viele Menschen in unserem Land. Nötig wurde eine breite Diskussion und eine Reaktion, da sich kommerzielle Sterbehilfe d.h. gewerblich organisierte Vereine und Organisationen gründeten, um ein ’schnelles‘ Sterben zu organisieren.

An erster Stelle steht für mich ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben, und ich möchte keinen Zweifel daran lassen, dass das Leben aller Menschen, ob sie behindert, krank, oder alt sind, schützenswertes Leben ist. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich den Ausbau der Hospizarbeit und der Palliativmedizin und nicht die aktive Sterbehilfe oder das Töten auf Verlangen.

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Zurzeit ist in Deutschland die passive Sterbehilfe, also das Unterlassen von lebensverlängernden Maßnahmen, erlaubt. Patienten können in einer Verfügung selbst bestimmen, wann lebenserhaltende Maßnahmen unterlassen werden sollen. Auch das Bereitstellen eines tödlichen Cocktails ist nicht strafbar. Wir erkennen damit das Recht des Menschen auf sein selbstbestimmtes Ende an. Ich halte das derzeitige Strafrecht für ausreichend. Der Freitod und die Beihilfe zum Freitod sind straffrei. Die aktive Sterbehilfe und die Tötung auf Verlangen sind zu Recht verboten. Die Politik kann derzeit weder mit dem Strafrecht noch mit Bürgerlichem Recht in das Standesrecht der Ärzte eingreifen. Das
sollte auch so bleiben. Es sollte weiterhin straflos bleiben, wenn Angehörige, Nahestehende, Ärzte und Sterbehilfevereine selbstlose Beihilfe zum Freitod leisten. Es darf nicht dazu kommen, dass sich Alte, Kranke und Behinderte rechtfertigen müssen, weil sie leben wollen, obwohl sie Kosten verursachen. Wir benötigen gute Hilfe beim Sterben, aber keine Hilfe zum Sterben und wir müssen verhindern, dass sich die Sterbehilfe zu einem Geschäftsmodell entwickelt.

Ihre
Sylvia Pantel

Dieser Text ist ein Auszug aus dem 19. Newsletter der NRW-Landesgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen BUndestag von Sylvia Pantel. den gesamten Newsletter gibt es hier: —> weiter