Salafismus in Deutschland

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Expertengespräch

Berlin, 15. April 2016

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

Am Mittwochabend bin ich der Einladung der Deutschen Stiftung Friedensforschung und der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung gefolgt. Unter dem Titel „Salafistische Radikalisierung und politische Gewalt: Handlungsoptionen im Umgang mit Salafismus in Deutschland“ haben verschiedene Experten über das Problem des islamischen Extremismus gesprochen. Die Frankfurter Professorin Susanne Schröter erläuterte uns zum Einstieg die verschiedenen Formen des religiös geprägten Extremismus in Deutschland. Der bekannte Psychologe Ahmad Mansour zeigte in seinem Vortrag auf, wie unzureichend unsere Antworten auf die religiösen Fanatiker in Deutschland sind. Ahmad Mansour hat als Jugendlicher enge Kontakte in die islamistische Szene gehabt. Nach seinem Studium der Psychologie in Tel-Aviv und Berlin wurde das Kind arabischer Israelis zu einem der führenden Experten in der Analyse muslimisch-patriarchialischer Strukturen. Mansour kritisiert immer wieder, dass wir als Gesellschaft nicht offen über die Gefahren von Hinterhofpredigern und einem muslimischen Opfermythos reden, der gerade auch bei in Deutschland geborenen Muslimen eine große Rolle spielt. Seiner Erfahrung nach müssen wir als freie und offene Gesellschaft die Probleme direkter ansprechen und muslimischen Gemeinschaften klare Grenzen aufzeigen. Ein sehr sehenswerter Vortrag von Mansour bei der Konrad Adenauer Stiftung findet sich im Internet.



Nur weil ein Mensch Moslem ist, ist er dadurch noch lange nicht gewalttätig. Aber Gewalt, Fanatismus und Unterdrückung der Frauen sind in den muslimischen Kreisen in Deutschland besonders stark verbreitet. Der Islam hat ein Gewaltproblem. Da hilft es nichts, wenn führende Islamvertreter auf Kreuzzüge oder Hexenverbrennung verweisen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Hier und heute erwarte ich von den Muslimen in Deutschland, dass sie aktiv werden und gegen Gewalt und Fanatismus in ihren eigenen Reihen vorgehen. Auch müssen sie die patriarchalen Strukturen verändern, die den Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben versagen.

Herzlicht

Ihre Sylvia Pantel