Politik zwischen religiösem Extremismus und politischem Populismus

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Als Teil des Programms „Demokratie – Lernen“ des Düsseldorfer Amtes für Statistik und Wahlen fand die Podiumsdiskussion in Kooperation mit „Respekt und Mut / Düsseldorfer Appell“, dem Max-Weber- und dem Walter-Eucken-Berufskolleg statt.

Podiumsdiskussion mit mehreren Hundert Schülern im Walter-Eucken-Berufskolleg

 

Bilk, 2. März 2017

„Gehorchst du noch oder denkst Du schon?“ – unter dieser Überschrift stand eine Podiumsdiskussion, der am Donnerstag im Walter-Eucken-Berufskolleg mehrere Hundert Schüler beiwohnten. Im Fokus der Diskussionsrunde um die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel standen dabei religiöser Extremismus und politischer Populismus, besonders mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen im Land und Bund.

Dirk Sauerborn, Kontaktbeamter für interkulturelle Angelegenheiten im Polizeipräsidium Düsseldorf und Vorsitzender des Vereins „Wegweiser“, berichtete aus eigener Erfahrung vom gefährlichen Phänomen „Neosalafismus“ als einem „Salafismus mit politischem Anspruch“.

Diese Problematik kennt auch Sylvia Pantel, die in diesem Zusammenhang verdeutlichte: „Das Problem ist nicht der Glaube an sich, sondern seine fundamentalistische Auslegung.“ Pantel selbst bekannte sich nachdrücklich zu einem christlichen Menschenbild, denn das stehe für Freiheit, Offenheit und Verantwortung.

Demgegenüber sei der politische Islam mit seinem Machtstreben und der gewaltsamen Unterdrückung „anderer“, so wie er sich gegenwärtig in der Türkei ausbreite, nicht akzeptabel. Deswegen gelte es für die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete auch, einen Wahlkampf des Türkischen Präsidenten Erdogan in Deutschland zu verhindern.

Ihr zur Seite sprang der Grüne Landtagsabgeordnete Martin-Sebastian Abel, der ebenfalls die Gefahren des religiösen Fundamentalismus sehe und zum Thema Erdogan bemerkte: „Es ist nicht OK, wenn man innertürkische Konflikte hier `rein zieht.“

Um einer Polarisierung entgegenzuwirken, plädierte der Polizeibeamte Sauerborn für „Begegnung“, „Dialog“ und „Brücken schlagen“. Julia Henn von der „Jungen Islam Konferenz“ drückte es so aus: „Wir müssen endlich das ‚wir‘ und ‚ihr‘ und ‚die‘ überwinden.“ Dirk Sauerborns Hinweise an die Berufsschüler in Sachen politisches Mitgestalten: „Einmischen possible“ und „Demokratie ist nicht auf Wahlen beschränkt.“

Zur demokratischen Kultur gehöre laut Sylvia Pantel auch das „Miteinander sprechen“ in der Politik: „Wir müssen auch mit der AFD reden, so wie wir es auch vor Jahren schon mit der Linkspartei gemacht haben.“ Pantels Rezept gegen radikale populistische Auswüchse: „Sie inhaltlich stellen, und ihnen, gerade auch in den sozialen Netzwerken nicht alleine den Raum überlassen.“

Darüber hinaus ermutigte Sylvia Pantel die jungen Zuhörer dazu, „sich über das politische Angebot zu informieren und mitzumachen“. Ein ähnliches Demokratieverständnis äußerte Hakki Kaya von der „Jungen Islam Konferenz“ mit seiner Aufforderung: „Nicht nur jammern, sondern selber aktiv werden.“