Mütterrente

Lange habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Erziehungszeiten auch von älteren Müttern stärker in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden. Mütter mit Kindern die vor 1992 geborenen sind, hatten nicht die guten Rahmenbedingungen, wie sie heute für junge Familien bestehen. Bei der Anrechnung von Kindererziehungszeiten waren sie schlechter gestellt als junge Mütter. Das war eine Gerechtigkeitslücke, die ich schließen wollte.

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Gemeinsam mit der Frauen Union habe ich schon vor Jahren eine Initiative gestartet, die sich für mehr Leistungsgerechtigkeit für Mütter aller Generationen einsetzt. Wir haben tausende von Unterschriften gesammelt und einen entsprechenden Antrag auf dem CDU-Bundesparteitag durchgesetzt. Mit Erfolg: Das Thema wurde in das Regierungsprogramm 2013 – 2017 „Gemeinsam erfolgreich für Deutschland“ der Union aufgenommen, es wurde Bestandteil des Koalitionsvertrags zwischen CDU/CSU und SPD und am 23. Mai 2014 wurde das entsprechende Gesetz vom Deutschen Bundestag auf den Weg gebracht. Mütter oder Väter erhalten ab 1. Juli 2014 für jedes vor 1992 geborene Kind, statt wie bisher nur ein Jahr, zwei Jahre Kindererziehungszeiten in der Rente angerechnet.

Warum ist die Mütterrente wichtig?

Ältere Mütter waren früher in geringerem Umfang erwerbstätig als heute. Bis 1977 mussten verheiratete Frauen ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, ob sie außerhäuslich erwerbstätig sein durften. Es fehlten oft Kindergartenplätze oder andere Betreuungsangebote. Es gab kein Elterngeld, keine Erziehungszeiten mit Rückkehrgarantie, keine Ganztagsschulen, keine Teilzeitarbeitsplätze. Die Mütter hatten keine Wahlfreiheit: meist arbeiteten sie unentgeltlich zu Hause und erzogen die Kinder. Oftmals war daher nur der Ehemann berufstätig. Entsprechend ungenügend ist jetzt die Rentenversorgung vieler älterer Frauen. Dabei haben sie mit ihrer Entscheidung für die Kindererziehung einen wesentlichen Beitrag für unsere umlagefinanzierte Rentenversicherung geleistet.

Wie funktioniert die Mütterrente?

Wer bereits Rente bezieht, erhält für jedes vor 1992 geborene Kind monatlich einen Rentenzuschlag von 26,39 Euro (in Ostdeutschland) und 28,61 Euro (in Westdeutschland). Dieser Betrag wird jedes Jahr zum 1. Juli um den Prozentsatz erhöht, um den die Rentenbezüge generell angehoben werden. Wer noch aktive Arbeitnehmerin oder aktiver Arbeitnehmer ist, erhält für jedes vor 1992 geborene Kind einen Entgeltpunkt zusätzlich auf seinem Rentenkonto gutgeschrieben. Die Gutschrift der Mütterrente erfolgt automatisch durch die Rentenversicherung. Lediglich Frauen, die bislang keinen eigenen Rentenanspruch haben und für die durch die höhere Bewertung der Kindererziehungszeiten (für einen Rentenanspruch werden 5 Jahre Wartezeit benötigt) ein Rentenanspruch entsteht, müssen über das Formular V 800 einen Antrag stellen.

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