Logopädie: Nachwuchs gesucht

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Sylvia Pantel besucht die Fachschule für Logopädie Düsseldorf

Wersten, 16. März 2017 

Die Düsseldorfer Akademie – Fachschule für Logopädie feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen und zählt damit zu den erfahrensten Logopädieschulen in Deutschland. Auf Einladung ihres Gründers und Inhabers Ralph Fröhlich besuchte Sylvia Pantel die Ausbildungsstätte für Logopädie an der Harffstraße und zeigte sich beeindruckt von den dortigen Lehr – und Lernmöglichkeiten sowie der Räumlichkeiten. Der Gastgeber präsentierte einen interessanten Ausbildungszweig, der gleichwohl mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat.

Eine Hauptursache dafür seien laut Fröhlich der demographische Wandel und die finanziellen Rahmenbedingungen. „Junge Leute werden heute aus allen Berufsrichtungen offensiv angeworben, und wenn dann die Fragen aufkommen „Was kostet das?“ beziehungsweise „Was verdiene ich?“, dann kommen wir im Vergleich zu anderen Berufen auf den ersten Blick nicht so gut weg, da sie Schüler ein Schulgeld bezahlen müssen“, berichtet Fröhlich.

Doch auf der anderen Seite stehen gewichtige Vorteile für Absolventen. So verzeichnet die Fachschule der Logopädie Düsseldorf seit ihrem Start im Jahr 1997 eine Anstellungsquote von 100 Prozent, das heißt, von ihren bisher über 600 Absolventen, haben bis heute alle(!) unmittelbar nach der Ausbildung eine Anstellung erhalten. Kein Wunder, denn Fachkräfte sind in dieser Branche so heiß begehrt, dass Fröhlich oft gefragt werde: „Wann habt ihr wieder Absolventen?“.

Ein weiteres Plus für Logopäden sei ihre besondere Tätigkeit. „Das ist ein hochspannender Beruf“, betont Ralph Fröhlich. Zum einen wegen der „interessanten Mischung aus Wissensinhalten und deren Anwendung“, zum anderen bringe der ständige Umgang mit Menschen auch immer ein unmittelbares Feedback, und das sei meist schon bei kleinen Erfolgserlebnissen emotional.

Eine besondere Rolle spielt dabei die im Regelfall praktizierte 1:1-Betreuung, wie Fröhlich verrät: „Dadurch hat der Logopäde eine hochindividuelle und damit im Vergleich zu anderen Branchen geradezu luxuriöse Arbeitssituation.“ Und dadurch, dass diese besondere Form der persönlichen Betreuung auch künftig nicht zu ersetzen sei, sei der Beruf auch noch höchst zukunftsfähig.

Als Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung genügt die mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss mit Berufsabschluss. Wobei Ralph Fröhlich ergänzt: „Ein erfolgreicher Logopäde zu werden, hängt nicht am Schulabschluss, sondern vor allem an Sprach- und Sozialkompetenz“. Entscheidend sei die praktische Arbeit, wie der Experte verrät, denn „der Markt braucht vor allem Therapeuten und nicht nur Leute, die wissenschaftlich arbeiten“.

Nach den umfassenden Einblicken in die Arbeit der Fachschule lobte Sylvia Pantel: „Das ist ein abwechslungsreiches Ausbildungsangebot für einen vielschichtigen Beruf mit vielen Möglichkeiten und guten Perspektiven bis hin zur Selbständigkeit. Es bildet auch für Menschen, die aus Studium oder anderen Berufen ausscheiden, eine herausfordernde Alternative.“

Zur Unterstützung dieses Berufs sieht die Bundestagsabgeordnete noch politischen Handlungsbedarf: „Auf der einen Seite sollten wir die Ausbildung zum Logopäden verstärkt öffentlich anbieten, also ohne Schulgeld zu erheben, um dem drohenden Therapeutenmangel entgegenwirken, auf der anderen Seite ist diese Ausbildung sehr raum- und personalintensiv, der Ausbildungsschlüssel liegt bei 1:8 – und ist damit auch kostenintensiv. Deshalb bedarf es der Unterstützung durch Stadt, Land und Bund und Modelle wie Trägerschaft oder Anliegerschaft an ein Krankenhaus.“