Islam und Integration

Print Friendly, PDF & Email

Sylvia Pantel und Salim Cakmak zu Gast beim „Konservativen Dialog“

 

Garath, 31. Januar 2017

„Redefreiheit ohne Denkverbot“ – der Leitsatz des „Konservativen Dialogs“ wurde auch bei dessen Veranstaltung in Garath sattsam beherzigt, vor allem dank der beiden Gastreferenten Sylvia Pantel und Salim Cakmak. Zum Kernthema des Abends „Integration von Muslimen“ zeigten beide eine klare Haltung.

Die eine Bundestagsabgeordnete für den Düsseldorfer Süden, der andere Ratsherr von Gronau: Sylvia Pantel und Salim Cakmak, zeigten am Dienstagabend, dass es innerhalb der CDU sehr wohl noch einen wertkonservativen Kompass gibt. Als Gäste der zweiten öffentlichen Veranstaltung des „Konservativen Dialogs“ standen sie den knapp 100 Besuchern in der Freizeitstätte Garath Rede und Antwort.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage nach der „Integration von Muslimen“. Dass die dabei bestehenden Probleme weit mehr als nur ein unbestimmtes Gefühl sind, verdeutlichten beide Redner mit Beispielen aus ihrer politischen Arbeit.

Als Kreisvorsitzende der Frauen Union fokussierte sich Sylvia Pantel auf Fälle, die das Gegenteil von Gleichberechtigung verrieten: Ehefrauen, die zuhause eingeschlossen werden, bis abends der Mann von der Arbeit kommt, Mädchen, die nicht mehr zur weiterführenden Schule gehen dürfen, sondern stattdessen im elterlichen Laden helfen müssen, und solche, die in den Schulferien in die Heimat der Eltern fahren, um dort zwangsverheiratet zu werden.

„So etwas habe ich hierzulande nicht für möglich gehalten“, beschrieb Pantel die für sie erschütternden Erfahrungen und fügte hinzu: „So wie diese gibt es viele Sachen, die längst auch in Deutschland alltäglich geworden sind, von denen ich sage ‚das dürfen wir doch nicht zulassen‘.“ In diesem Kontext äußerte sich die Bundestagsabgeordnete auch zu einem aktuell breit diskutierten Thema gewohnt deutlich: „Die Burka ist ein wandelndes Gefängnis und hat hier nichts zu suchen. Sie hemmt Integration und Kommunikation“.

Insgesamt dürfe es für die Einhaltung gesellschaftlicher Regeln – in Deutschland Grundgesetz und Kultur genannt – keine religionsbedingten Ausnahmen geben. Pantel dazu: „Um es nochmal klar fest zu halten: Mir ist es egal, woran jemand glaubt, was mir nicht egal ist: wenn jemand unser Recht nicht einhält und unsere Kultur verachtet.“

Genauso unmissverständlich äußerte sich Salim Cakmak. „Haben wir Probleme mit Muslimen? Aber hallo!“, lautete sein thematischer Einstieg. Der türkisch-kurdisch-stämmige Ratsherr aus dem Münsterland benannte die allumfassende Religionsausübung als ein zentrales Integrationshindernis: „Das Problem ist der Islam, der schreibt eine Lebensweise vor. Die Scharia ist nicht nur ein Wert, es ist eine Staatsform.“

In dem Zusammenhang warf Cakmak die Frage auf: „Warum soll ich mich ans Grundgesetz halten, wenn ich mich auf Religionsfreiheit berufen kann?“ Das Problem sei, dass im Gegensatz etwa zur Bibel, viele streng nach dem Koran lebten, und das sei häufig „Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit pur“ – und ein ordentliches Problem vor dem Hintergrund, dass allein 44 Prozent der türkischstämmigen Muslime von sich sagten, sie seien streng gläubig.

Cakmaks Beispiele aus seiner politischen Praxis dienten als Beleg, wie weit eine Religion in das gesellschaftliche Leben hineinreicht und Integration verhindert: Eltern, die ihren Kindern die Teilnahme an gemeinschaftlichen Kita-Aktivitäten untersagten, Konflikte ums Essen („es könnte ja Schwein drin sein“) und Fasten oder Ruheräume in Universitäten, „die Muslime in Beschlag nehmen“.

Seine unbeantwortete Frage „Warum hofieren wir die Muslime?“ verband er mit dem Hinweis darauf, es sich darüber mit anderen Migrantengruppen zu verspielen. Eine andere Frage stellte Cakmak mit Blick auf den aktuellen Flüchtlingszustrom in den Raum: „Wenn Flüchtlinge hier eine funktionierende Parallelgesellschaft vorfinden, wo werden sie hingehen?“

Wie stattdessen der Weg zur Integration beschritten werden kann, dafür diente Salim Cakmak höchst persönlich als Beispiel. Bei der Vorstellung über seine eigene Migrationserfahrung sprechend, hatte er so etwas wie den Satz des Abends gesagt, der manch‘ Anwesenden zu Tränen rührte: „Meine Ideale sind die Trümmerfrauen, weil sie ein Land, das zerbombt war, wieder aufgebaut haben zu einem Land, wo ich in Frieden leben kann.“ Sein Vater, der damals Geld – und heute eine Rente bekommt, sei für seine Arbeit in Deutschland entlohnt worden.

Nach über zwei Stunden intensiver Gespräche zeigte sich Gastgeber Stefan Koch sehr zufrieden mit der Veranstaltung und appellierte die Besucher, konservative Kräfte innerhalb der Union zu unterstützen: „Ein solcher Abend zeigt uns, dass der konservative Flügel gebraucht wird.“ Ähnlich äußerte sich Sylvia Pantel, die den engagierten Besuchern dankte und sie gerne auch weiter einbeziehen möchte: „Mein Politik-Verständnis ist, über die Dinge zu sprechen, Probleme zu benennen und nach Lösungen zu suchen. Und es ist wichtig, dass sie dabei mitmachen.“