Cannabis: Vorhaben der Ampelkoalition in Düsseldorf ist gefährlich

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Drogenbeauftragte der Bundesregierung berichtet im Bundestag

Berlin, 30. Januar 2018

Liebe Blog-Leserinnen und liebe Blog-Leser,

in der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik war am Dienstagmorgen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler zu Gast. Marlene Mortler referierte über die Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung. Sie wies darauf hin, dass gerade im Bereich Tabakkonsum die Zahlen immer noch erschreckend seien. Etwa jeder Vierte in Deutschland rauche, die Folge seien 121.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr. Auch der Alkoholkonsum bleibt weiterhin ein großes Problem. 7,8 Millionen Menschen trinken in gesundheitlich riskanter Weise Alkohol was zur Folge hat, dass jährlich 21.000 vorzeitige Todesfälle gezählt werden. Die Einnahmen durch die Tabaksteuer liegen bei jährlich 13 Milliarden Euro –  der volkswirtschaftliche Schaden durch die Folgen des Tabakkonsums beträgt demgegenüber 78 Milliarden Euro. Ähnlich sieht es bei den Einnahmen durch die  Alkoholsteuer aus. Hier stehen 3,2 Milliarden Euro auf der Einnahmenseite einem volkswirtschaftlichen Schaden von rund 40 Milliarden Euro gegenüber.
Frau Mortler hatte allerdings auch Positives zu berichten, so gebe es in Deutschland weniger offene Drogenszenen als noch vor 20 Jahren und der Konsum illegaler Drogen sei nicht angestiegen. Dank guter Präventionsarbeit der Bundesregierung sei der Konsum von Crystal Meth und Opiaten nicht so verbreitet wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika. Andererseits stellt die Zahl von über 3 Millionen Kindern, die in Deutschland in suchtbelasteten Familien leben, ein besorgniserregendes Problem dar. Diesbezüglich wies Frau Mortler leidenschaftlich darauf hin, wie wichtig die Präventionsarbeit der Kommunen, die in der Regel Träger der Beratungsstellen sind, im Suchtbereich ist. Hierbei ist der Cannabiskonsum einer der Hauptgründe für die Inanspruchnahme der kommunalen Suchtberatung. Mindestens 10 Prozent der Cannabiskonsumenten erleiden gesundheitliche Schäden. Wie eine im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführte wissenschaftliche Analyse der LMU München zeigt, kann Cannabiskonsum gerade bei jungen Menschen zu psychischen Störungen führen. Auch die Konzentrations- und andere Kognitionsfähigkeiten können sich verschlechtern. Gerade deshalb habe ich Marlene Mortler auf das Vorhaben der Ampelkoalition in Düsseldorf aufmerksam gemacht, Cannabiskonsum über einen wissenschaftlichen Ansatz freigeben zu wollen. Die Drogenbeauftragte warnt ebenfalls vor einer Verharmlosung des Canabiskonsums, wenn er nicht ausdrücklich vom Arzt verordnet ist. Auch zukünftig werde ich mich in Düsseldorf an der Präventionsarbeit gegen verschiedene Formen von Sucht beteiligen.

Herzlichst

Ihre Sylvia Pantel