Altersarmut?

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Sylvia Pantel und Marion Warden diskutieren mit Gewerkschaft

Düsseldorf, 14. März 2017

Die Fachgewerkschaft diskutierte am Dienstag in Düsseldorf mit  Sylvia Pantel und Marion Warden als politische Vertreter bei der Podiumsdiskussion zu dem Thema Altersdiskriminierung und Altersarmut. Die Seniorenvertretung der „komba gewerkschaft nrw“ stellte das Thema in den Mittelpunkt ihrer Jahrestagung.

Ihr Vorsitzender Klaus-Dieter Schulze erklärte, warum die Gewerkschaft die Thematik Altersarmut angehen müsse: „Auch im öffentlichen Dienst gibt es Berufsgruppen, die wenig verdienen und nicht vorsorgen können. Für sie ist es im Rentenalter sehr schwierig über die Runden zu kommen.“

Ähnlich äußerte sich die stellvertretende „komba“-Landesvorsitzende Sandra van Heemskerk: „Für viele beginnt mit dem Renteneintritt ein sorgenvoller Lebensabschnitt.“ Um dem zu begegnen plädierte sie für eine Erhöhung des Rentenniveaus und eine Stärkung der betrieblichen Vorsorge.

Sylvia Pantel betonte, dass man in der Koalition die Probleme kenne und verwies in dem Zusammenhang auf die in der großen Koalition vereinbarten Maßnahmen,  wie die Verlängerung der Zurechnungszeit wegen Erwerbsminderung; die Stärkung der Betriebsrenten mit Sozialpartnermodell und Steuerzuschuss für Geringverdiener; die Anhebung der Grundzulage bei der „Riester-Förderung“; die Abschaffung der Zahlung doppelter Beiträge bei betrieblichen Riester-Verträgen oder die Einführung von Freibeträgen für zusätzliche Altersvorsorge. Außerdem begrüßte Pantel das in diesem Jahr eingeführte Flexi-Renten-Gesetz ,denn „die Flexi-Rente ermöglicht und belohnt längeres Arbeiten“.

Das Kernproblem der Finanzierung ergebe sich aus dem demografischen Wandel: So seien vor 40 Jahren sieben Arbeitnehmer auf einen Rentner gekommen, heute gebe es gerade einmal noch ein Verhältnis von 2:1. Und durch die höhere Lebenserwartung steige natürlich auch die Länge der Versorgung.

Sylvia Pantel dazu: „Es ist schön, dass die Menschen heute länger leben und damit etwas von ihrer Rente haben, gleichzeitig aber muss das auch erwirtschaftet werden.“ Ins gleiche Horn stieß die SPD-Landtagsabgeordnete Marion Warden, die mit Blick auf die von ihrer Partei forcierten „Rente mit 63“ einräumte: „Zunächst einmal fand ich das gut, aber dann stellt sich noch die Frage der Finanzierung.“

Um einer Altersarmut entgegenzuwirken, erweiterte Sylvia Pantel das Blickfeld für mögliche Ansatzpunkte: „Auch Familienarbeit ist Arbeit und gehört honoriert“, betonte sie und verwies dabei auf häusliche Tätigkeiten wie Erziehung oder Pflege von Angehörigen. Eine weitere sinnvolle Möglichkeit sei die Eigentumsförderung: „Wer im Alter keine Miete zahlen muss, für den ist das eine sichere Bank und hierbei möchte ich von der 4. Säule im Alter sprechen.“

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